02. Ausgabe / März 2019

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

ich freue mich, Sie zu der zweiten Ausgabe unseres CBT Magazins für Ärzte und Patienten begrüßen zu dürfen. „Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein Ozean.“ Diese Feststellung Isaac Newtons besitzt trotz aller Forschungserfolge zwischen 1700 n. Chr. und heute immer noch Gültigkeit.

Die Natur und der Mensch werden, vorangetrieben durch den menschlichen Forschergeist, zunehmend erschlossen, erkannt und kartografiert. Die Produktion wissenschaftlicher Fakten ist dabei ebenso von Bedeutung wie ihre Interpretation und Kombination. Erst durch das Verknüpfen dieser Fakten kommen wir zu unseren Bildern der Welt und zu neuen Erkenntnissen.

Der Beruf des Arztes befasst sich dementsprechend mit der größtmöglichen Verknüpfungsstelle von wissenschaftlichen Fakten und ihrer Interpretation – dem Menschen. Die Suche nach der richtigen Diagnose einer Krankheit verlangt danach, ihn als Einheit aus denkendem, empfindenden Wesen und naturwissenschaftlich erfassbarem Organismus zu sehen. Die hohe Arbeitsbelastung in Arztpraxen und Krankenhäusern sowie der daraus resultierende Zeitmangel erschweren dies zunehmend, was sowohl für den Arzt als auch den Patienten problematisch ist. Besonders dann, wenn sich um seltene Erkrankungen handelt. Eine seltene Erkrankung betrifft nach der europäischen Definition nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen. Den Schätzungen nach gibt es bis zu 8.000 teils sehr komplexe seltene Erkrankungen, die 6-8 % der Bevölkerung betreffen. Europaweit leiden demnach zwischen 27 und 36 Millionen Menschen an einer solchen Krankheit. Seit 2009 sind in Deutschland an nahezu allen Universitätskliniken Zentren für seltene Erkrankungen eingerichtet worden. Dazu kommen nun auch spezialisierte Praxen im niedergelassenen Bereich. Der Weg zu diesen Zentren führt über die Hausärzte und Fachärzte vor Ort. Mit dieser Ausgabe wollen wir über diesen Themenbereich auf verschiedene Weise informieren und sensibilisieren. Eine Fallstudie aus dem 2018 erschienen Buch „Fälle Seltene Erkrankungen: Patienten ohne Diagnose“ von PD Dr. Martin Mücke wird Einblicke in die Symptomatik und Diagnostik von Mastzell-Erkrankungen geben. Anbei finden Kolleginnen und Kollegen aus den niedergelassenen Bereichen Informationsmaterial für die Erkennung des Mastzell-Syndroms. Ein Interview mit dem Autor wird zudem die Arbeit mit Patienten ohne Diagnose erläutern. Des Weiteren erhalten Sie Einblicke in das labordiagnostische Vorgehen bei solchen Fällen.

Die verbleibenden Beiträge in dieser Ausgabe, wie eine weitere Episode aus dem 2018 erschienenen Bildband Archipel und das Portrait des Philosophen Epiktet, befassen sich darüber hinaus mit verschiedenen Betrachtungsmöglichkeiten scheinbar festgefahrener Situationen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Entdecken und Erkennen.

PD Dr. med. Johannes Kruppenbacher
Arzt für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie –Bluttransfusionswesen Ärztlicher Leiter der CBT Gruppe und Herausgeber dieses Magazins

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